Peeling, Konjac Spange oder Body Brush auf ohhhsorelaxed.com

Peeling: Zucker, Konjac oder Körperbürste?

Lieber hart oder besser zart? Ich habe mich von Zuckerkristallen, Konjac Body Sponge und Körperbürste mal so richtig abrubbeln lassen…

Von Verena Seibold

Es kann die Durchblutung anregen, abgestorbene Hautschüppchen entfernen, das Hautbild verfeinern, die Haut aufnahmebereiter für Pflegeprodukte machen. Und manchmal tut es einfach irrsinnig gut: Ein Körperpeeling. Wie hart man hier zur Sache geht ist nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern auch des Hauttyps und der gewünschten Peeling-Intensität. Ich habe mich für euch von Kopf bis Fuß und von zart bis hart durchgerubbelt.

ZART

Konjac Badeschwamm

Peeling-Effekt

Minimal. Aber bei täglicher Anwendung effektiv und zeitgleich sehr schonend.

Am besten geeignet…

… für alle Hauttypen – für Gesicht & Körper
für sehr sensible Haut und empfindliche Hautpartien
… für alle, die unter der Dusche gerne Zeit sparen
… für alle, die ihre Bräune nicht weg rubbeln wollen
… für alle, die jeden Tag ein bisschen exfolieren möchten
… für alle, die für ihre Hautpflege wenige Inhaltsstoffe schätzen
… für Öko-Fans, denn der Schwamm ist biologisch abbaubar

Wie oft?

Ein Konjac Body Sponge kann problemlos jeden Tag angewendet werden, da der Peeling-Effekt so minimal ist.

Wie fühlt es sich an?

Peelen wie mit Wattebäuschen.. So fühlt sich der Konjac Body Sponge (ca. 16 Euro) auf der Haut an, sobald er mit Wasser gut durchfeuchtet wurde. Sonst ist er irre hart. Meine Tochter nennt ihn im trockenen Zustand „Keks“. Essen kann man ihn, trotz aller Natürlichkeit, dennoch nicht. Fürs Gesicht schätze ich die leicht exfolierende Wirkung des Konjac Schwamms schon lange und bin vom Pendant für den Körper ebenso begeistert. Das Tolle: Der Konjac Sponge kann pur verwendet werden, also ohne Duschgel & Co. Wer darauf dennoch nicht ganz verzichten möchte, braucht nur einen Bruchteil der sonstigen Menge. Ein paar Tropfen reichen für den ganzen Körper. Der Konjac Body Sponge liegt gut in der Hand und lässt sich auch mit nassen Händen gut festhalten – trotz einer gewissen Glitschigkeit. Die tägliche Anwendung soll auch das Einwachsen von Härchen verhindern.  Sogar zum effektiven Shampoonieren wird er angepriesen. Das muss ich unbedingt bald mal ausprobieren.

Woher kommt der Konjac Sponge?

Auch dieses Beauty Highlight kommt aus Asien – aus Japan, um genau zu sein. Dort hat es die weiße Konjakwurzel (Konnyaku) geschafft, ins jahrhundertealte Pflegeritual der Japanerinnen aufgenommen zu werden. Ursprünglich wurde der Konjac Schwamm zur ultra-sanften Reinigung sensibler Babyhaut  verwendet. Es dauerte nicht lange, bis die Mamas ihn auch für ihre eigene Haut entdeckten. Die Konjakwurzel ist reich an feuchtigkeitspendenen Lipiden, Vitaminen und Mineralstoffen wie Zink und Magnesium.

Worauf sollte man achten?

Anwendung & Reinigung: Vor jeder Anwendung gut mit warmem Wasser durchfeuchten, bis sich der Schwamm komplett vollgesogen und weich ist. Den Konjac Sponge nach jeder Anwendung waschen, sanft ausdrücken und am besten außerhalb der Dusche trocknen lassen. Für einwandfreie Hygiene einmal pro Woche 90 Sekunden lang in Wasser auskochen. Bei regelmäßiger Verwendung sollte der Schwamm nach zwei bis drei Monaten durch einen neuen ersetzt werden.
Eine Frage der Qualität: Mittlerweile gibt es viele Anbieter von Konjac Sponges, die sich allerdings qualitativ sehr unterscheiden. So kann es vorkommen, dass minderwertige Konjacschwämme mit Chemikalien, Pestiziden oder sogar Bakterien verunreinigt sind. Deshalb besser auf Markenware und etablierte Händlern achten.

Eco-Faktor

Komplett biologisch abbaubar. Aus nachhaltigen Rohstoffen hergestellt.

MEDIUM

Peeling auf Zuckerbasis

Peeling-Effekt

Je nach Größe der Peelingpartikel kann der Exfoliationseffekt von sanft bis mittelstark variieren. Ein Zuckerpeeling ist meist feinkörniger, als eines mit Salz. Peelings mit Schleifkörpern aus Aprikosenkernen oder Nussschalen können noch grobkörniger sein. Das hängt natürlich auch vom Mahlgrad der Partikel ab.

Shopping-Tipp: Auf der Suche nach einem ganz bestimmten Peelinggefühl? Dann seid ihr in einer gut sortierten Beautyboutique am besten aufgehoben. Dort kann man vor Ort nicht nur in die Tiegel reinschnuppern, sondern die Konsistenz auch mal live auf der Haut spüren. Zu empfehlen sind in München Ludwig Beck Hautnah oder TOBS, in Augsburg GreenGlam, in Berlin der Departmentstore Quartier 206 oder Wheadon.

Am besten geeignet…

… für alle, deren Haut nicht überempfindlich ist
… für alle, die durch Variation der Peelingkörper gerne die Intensität selbst bestimmen
… für alle, die es lieben, öfter ein neues Produkt auszuprobieren
… für alle, die das Peelen gerne schnell unter der Dusche erledigen

Wie oft?

Ein sanftes, feinkörniges Peeling ein- bis dreimal pro Woche, ein grobkörniges Peeling am besten nur einmal pro Woche anwenden. Zu häufiges und zu intensives Peelen kann sonst dazu führen, dass die Haut ihren Schutz- und Reparaturmechanismus aktiviert. Statt ebenmäßiger wird die Haut dann schlichtweg verhornter.

Wie fühlt es sich an?

Das Apotheke Verbena Sugar Scrub (120 g, ca. 23 Euro) ist eines der angenehmsten Peelings, das ich in letzter Zeit benutzt habe. Die Konsistenz ist eher fest als flüssig, was ich sehr angenehm finde. Das macht nicht nur das Herausnehmen unkompliziert, auch beim Auftragen des Peelings auf die Haut flutscht nichts weg. Das erleichtert die effektive und ebenmäßige Exfoliation erheblich. Das Scrub lässt sich sehr gut verteilen und fühlt sich beim Einreiben aufgrund der ultra-feinen Zuckerkristalle überhaupt nicht körnig an. Die enthaltene Sheabutter und das Kokosöl hinterlassen einen pflegenden Film auf der Haut – aber keinen öligen. Eincremen danach ist also optional. Und: Der Duft nach zitrisch-herber Verbena ist genau mein Ding. Ich habe das Apotheke Verbena Sugar Scrub in Schweden gekauft. Die Marke aus New York ist in Deutschland allerdings gar nicht einfach zu bekommen. Das Urtekram Brown Sugar Body Scrub (380 g, ca. 23 Euro) ist eine gute Alternative auf Zuckerbasis. Und dazu noch Bio!

Eco-Faktor

Bei der Wahl eines Peelings besser auf solche mit natürlichen Schleifkörpern aus Zucker, Salz, Kernen, Nussschalen oder Kaffee achten, denn Peelingkörper aus Mikroplastik braucht kein Mensch. Da Mikroplastik zu klein ist, um von Kläranlagen aus dem Abwasser gefiltert zu werden, gelangt es ungehindert in Flüsse, Seen und Meer und damit unausweichlich in die Nahrungskette der dort lebenden Tiere. Und so letztendlich auch in unsere. Leider sind sie dennoch in vielen Peelings, Duschgels und anderen Kosmetikprodukten enthalten. Hier gibt es mehr Informationen zu diesem Thema und eine Liste mit Beautyprodukten, die noch immer Mikroplastik verwenden.

HART

Die Körperbürste

Peeling-Effekt

Das Anregen der Durchblutung und die Massage der Haut steht bei der Körperbürstenmassage im Vordergrund. Die Exfoliation ist eher ein Nebeneffekt. Je nach Härtegrad der Borsten kann diese mittelstark bis stark sein.

Am besten geeignet…

… für alle, deren Haut NICHT empfindlich ist.
… für alle, die VOR dem Duschen Zeit für eine Bürstenmassage haben
… für alle, die mehr wollen, als nur abgestorbene Hautschüppchen zu entfernen
… für alle, die sich so wenige Inhaltsstoffe wie möglich für ihre Hautpflege wünschen

Wie oft?

Mehrmals pro Woche zwei (machbar) bis zwanzig (sportlich!) Minuten. Viele schwören sogar auf eine tägliche Trockenbürstenmassage. Ich denke leider oft erst an die Massagebürste, wenn ich bereits unter der Dusche stehe und nass bin. Wenn ich es aber doch mal schaffe, liebe ich dieses nachhaltig prickelnde Gefühl auf der Haut und die Wärme. die durch die Massage entsteht.

Wie fühlt es sich an?

Um ehrlich zu sein, die Hydréa London Walnut Wood Dry Skin Brush (ca. 16 Euro) ist die härteste Bürste, die meine Haut je zu spüren bekommen hat. Es kostet mich wirklich Überwindung, mich damit abzubürsten. Jetzt weiß ich auch warum: Die Borsten sind aus Kakteenfaser. Autsch! Genauer gesagt, aus den Blättern kakteenartiger Agaven aus Mexiko. Die so gewonnenen Borsten sind anscheinend bei Spa-Therapeuten für Dry Body Brushing Treatments sehr beliebt, da sie sehr fest, starr und dicker sind als Tierhaarborsten. Ja, das kann ich bestätigen. Das kommt davon, wenn man beim Online-Shopping nur auf die Optik achtet…

Die Trockenbürstenmassage

In Spa-Fachjargon als Dry Body Brushing bezeichnet, ist diese Technik ideal, um abgestorbene Hautschüppchen zu entfernen, den Lymphfluss zu fördern und die Durchblutung der Haut anzuregen. Dieser Art der Massage wird sogar eine Stärkung der Abwehrkräfte zugesprochen. Sie soll zudem entschlackend wirken, gegen das Erscheinungsbild von Cellulite helfen und die Haut aufnahmebereiter für Wirkstoffe machen. Mit der richtigen Borste ist es auf jeden Fall eine sehr angenehme Massage, die den ganzen Körper kribbeln lässt. Danach unter die Dusche springen. Herrlich! Der Begriff Trockenbürstenmassage ist sehr wörtlich zu nehmen: trockene Bürste auf trockener Haut! Meine allererste Bürstenmassage machte ich unwissend auf feuchter Haut. Das tut, gelinde gesagt, ziemlich weh.

Technik

Um den Lymphfluss optimal zu unterstützen, beginnt man klassischer Weise mit dem vom Herzen am weitesten entfernten Körperteil – dem rechten Fuß. Mit streichenden Bewegungen nun die Außenseite des Beins in Richtung Gesäß bürsten. Anschließend die Innenseite des Beins nach unten Richtung Fuß. Dann das linke Bein. Danach den Po – der darf gerne mit kreisenden Bürstenstrichen massiert werden – erst rechts, dann links. Anschließend von der rechten Handinnenfläche den Arm entlang Innen aufwärts bürsten und über die Schulter Außen wieder Richtung Hand streichen. Links ebenso. Im Brustbereich gleicht die Bürstenbewegung einer liegenden Acht (Brustwarzen natürlich aussparen) – auch hier rechts beginnen. Danach den Bauch im Uhrzeigersinn kreisförmig massieren. Der Rücken kommt zum Schluss. Spezielle Bürsten mit langen Stielen erleichtern hierbei die Massage.

Worauf sollte man achten?

Anwendung: Da eine Trockenbürstenmassage anregend wirkt, ist sie eher für morgens oder tagsüber vor dem Duschen zu empfehlen. Beim Bürsten keinesfalls hin- und herrubbeln und keinen hohen Druck ausüben. Das irritiert die Haut und kann sie sogar verletzen. Die Bewegungen sollten streichend in eine Richtung sein. Die Haut soll sich nur rosa färben und nicht röten.
Vorsicht: Bei sehr empfindlicher Haut, frischen Narben, Allergien, Krampfadern, Schilddrüsenerkrankungen – erst einen Arzt um Rat fragen.
Reinigung: Die Bürste nach Gebrauch über dem Waschbecken ausklopfen, um die Hautschüppchen rauszuschütteln. Bei Bedarf in sanfter Lauge waschen und mit den Borsten nach unten an der Luft trocknen lassen.

Kleine Borstenkunde

Borsten aus Kaktusfaser (Agavenfaser) oder Sisalfaser (extra hart)
Das Nagelbrett unter den Körperbürsten. Nichts für sensible Haut und nur für Dry Body Brushing geeignet. Für Veganer eine gute Alternative zu Tierhaarborsten.

Wildschweinborsten (hart)
Diese Borsten stammen nicht umsonst von wild im Wald lebenden Schweinen. Sie haben auch in ihrer Geschmeidigkeit, oder dem Fehlen selbiger, etwas Wildes.
Gut zu wissen fürs Gewissen: Um an die Borsten zu kommen, müssen scheinbar keine Tiere getötet werden. Es lohnt sich allerdings (wie bei jeder Kaufentscheidung), einen genauen Blick auf die Herkunft zu werfen.

Schweineborsten oder Kokosfaser (mittelhart)
Die Vorstellung, dass man sich mit Schweineborsten abrubbelt, ist nicht wirklich sexy. Aber deren Härtegrad wäre genau mein Ding. Nicht zu hart, aber hart genug für einen guten Massageeffekt. Kokosfaser ist eine gute vegane Alternative in dieser Stärke.

Pferdehaar (weich)
Körperbürsten mit Pferdehaar findet man fast nur in Kombination mit Kupfer- oder Bronzedraht. Dieser soll auch anregend auf die Durchblutung wirken, macht die Bürste aber auch erheblich kratziger. Ansonsten wäre Rosshaar eher eine weiche Variante, die für Dry Body Brushing schon beinahe zu sanft wäre.

Ziegenhaar (extra weich)
Die Samtpfote unter den Körperbürsten.
 Ideal für alle, die sehr sensible Haut haben und für die empfindlicheren Körperregionen wie Dekolleté, Brustbereich, Hals und Gesicht. Der exfolierende Effekt ist minimal.

Eco-Faktor

Beim Verfassen dieses Abschnitts habe ich gemerkt wie ich ethisch mit dem Thema Tierhaarborsten hadere. Wer darauf nicht verzichten möchte, sollte beim Kauf wirklich auf die Herkunft der Borsten und deren ethische Gewinnung achten.

#letsRELAXbeautifully

Verena

P.S.: Seid ihr eher hart oder zart unterwegs? Verratet mir doch eure Peeling-Favoriten! Ich freue mich auf eure Mail an verena@ohhhsorelaxed.com.

Fotos: Verena Seibold

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